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Digitalisierung mit Förderung aus dem Sondervermögen Infrastruktur

Stefan Komoß | 26.02.2026

Lesedauer: 4 min

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Mit dem „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ hat die Bundesregierung im März 2025 eine historische Investitionsoffensive auf den Weg gebracht. Das Sondervermögen schafft finanziellen Spielräume, um strukturellen Defizite anzugehen und den Wirtschaftsstandort Deutschland langfristig zu stärken. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung: Die Bundesregierung plant, jährlich zunächst mindestens vier Milliarden Euro aus dem Sondervermögen in Digitalisierungsmaßnahmen zu investieren, unter anderem in die Digitalisierung der Verwaltung, den Breitbandausbau, die Modernisierung der Registerlandschaft sowie in digitale Bildungsangebote. Von den Aufträgen aus öffentlicher Hand sollen längst nicht nur Konzerne und große Systemhäuser profitieren, denn auch mittelständische IT-Unternehmen sind explizit gewünschte Partner. Wir wollen umsetzungsorientiert und verständlich die wichtigsten Fragen zur Digitalisierung mit Förderung aus Sondervermögen beantworten. 

Können mittelständische IT-Unternehmen vom Sondervermögen Infrastruktur profitieren?    ​

Die Antwort auf diese oft gestellte Frage lautet: Ja.

Wer als IT-Unternehmen Leistungen der Digitalisierung der Verwaltung erbringt, hat gute Aussichten aus Sondervermögen finanzierte Beauftragungen zu erhalten. Auch Unternehmen, die bislang keine Aufträge aus der öffentlichen Verwaltung erhalten haben, können nun den Einstieg finden. 

Welche Digitalisierungsleistungen werden finanziert? 

Es werden Leistungen der Digitalisierung von Prozessen und Abläufen, aber auch von Cybersicherheit finanziert. Damit will das Land Berlin sein Konzept für Cybersicherheit vom August 2025 unterstützen.

Wenn Sie in drei Minuten herausfinden möchten, ob Sie förderfähig sind, machen Sie den Schnellcheck Sondervermögen unter www.cabi-vergabepilot.de/schnellcheck.

Haben mittelständische Unternehmen überhaupt eine Chance? 

Der Bund hat neben den fachlichen Zielen der erhöhten Digitalisierung auch ein wirtschaftspolitisches Ziel. Dieses lautet, das Sondervermögen Infrastruktur auch als Maßnahme der Wirtschaftsförderung von mittelständischen Unternehmen einzusetzen. Deshalb gilt: gehen Sie als Mittelständler selbstbewusst in Vergabeverfahren. 

Wie hoch ist das Volumen von Beauftragungen? 

Festgelegt ist ein Mindestvolumen von 50.000 Euro. Der Trend geht jedoch zu komplexen und umfangreichen Beauftragungen, so dass auch im Bereich der IT-Dienstleistungen in der Praxis eher Beauftragungen von mehr als 1 Mio. Euro ausgeschrieben werden.

Wie komme ich an Beauftragungen?

In der Regel werden IT-Beauftragungen über Bund, Länder, Kommunen und Landkreise, aber auch öffentliche Betriebe wie Bäderbetriebe, Verkehrsbetriebe und Messen ausgeschrieben. Lassen Sie sich auf öffentlichen Plattformen mit passenden Suchwörtern listen, damit sie keine Ausschreibung verpassen.

Prüfen Sie sorgfältig, ob Sie alle Anforderungen an einen Bieter erfüllen.

Achten Sie darauf vollständig und innerhalb der Fristen ein Angebot abzugeben.

Stellen Sie unbedingt Bieterfragen, wenn Ihnen Anforderungen oder Vorgaben nicht verständlich sind. Mit den Antworten können Sie Verlässlichkeit bei der Einschätzung der Ziele und Erwartungen des möglichen Auftraggebers erlangen.

Sie haben gegenwärtig häufig nur 3 bis 4 Wochen Zeit ein Angebot zu erarbeiten. Deshalb planen Sie ausreichend Personal für die Erarbeitung ein.

Nach der Abgabe eines Angebots benötigt der mögliche Auftraggeber zwischen 2 und 4 Wochen für eine Auswahlentscheidung. 

Wie kann ich mich auf Vergaben vorbereiten? 

Arbeiten Sie intensiv an der Darstellung Ihres Unternehmens als einzigartiger Partner der öffentlichen Auftraggeber und versuchen Sie die besonderen Herausforderungen und Rahmenbedingungen der öffentlichen Auftraggeber zu verstehen. 

Haben Sie noch einen Tipp für mittelständische Unternehmen?

Formulieren Sie Ihre Einzigartigkeit und besondere Leistungsstärke in einem Satz. Dieser könnte lauten: “Mein Unternehmen ist einzigartig, weil …!"

Stefan Komoß

Geschäftsführer

Concept ist eine Gesellschaft für Projektentwicklung, die Leistungen an der Schnittstelle von Bedarfen der öffentlichen Verwaltung und unternehmerischen Angeboten erbringt. Geschäftsführer ist Stefan Komoß, bis 2016 zehn Jahre Bürgermeister und Stadtrat im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf.